
Was sage ich meinem Kind nach einem schlechten Spiel?
Nach einer 0:6-Niederlage wollen Eltern schnell helfen. Ich erzähle, warum ich erst einmal nichts sage und was ich nach dem Spiel beobachte.
Wie du für dein Kind da bist, ohne ihm den Spaß am Fußball zu nehmen, und ihm Raum lässt, seine eigenen Erfahrungen zu machen.
Ich bin selbst Fußballvater. Mein Sohn spielt Fußball, und ich stehe regelmäßig am Spielfeldrand, beim Training und am Wochenende beim Spiel. Dabei sehe ich vieles: Eltern, die ihrem Kind mit jedem Zuruf helfen wollen und es damit eher noch mehr unter Druck setzen. Und ich sehe Väter und Söhne, die einfach gemeinsam Spaß daran haben, dass der Junge Fußball spielt.
Genau dazwischen liegt die Frage, die mich beschäftigt: Was hilft meinem Kind wirklich? Ich will hier nicht den perfekten Fußballvater spielen. Ich will mein eigenes Verhalten hinterfragen und meine Beobachtungen teilen. Was kann ich tun, damit mein Kind gern zum Training geht, auf dem Platz eigene Erfahrungen macht und daran wächst? Und wann halte ich mich besser zurück? Genau darum geht es auf dieser Seite.

Nach einer 0:6-Niederlage wollen Eltern schnell helfen. Ich erzähle, warum ich erst einmal nichts sage und was ich nach dem Spiel beobachte.

Am Spielfeldrand wollen Eltern helfen. Ich zeige, warum ich nicht hineinrufe und wie ich meinen Sohn trotzdem sichtbar unterstütze.

Wenn ein Kind gut Fußball spielt, freut sich der Vater. Aber irgendwann muss er sich fragen, ob er noch begleitet oder schon den Weg vorgibt.
Du merkst es daran, worauf sich deine Erwartungen richten. Wenn dein Kind in der Gruppe ankommen, Freude an der Bewegung haben und mit Ehrgeiz dabei sein soll, ist das erst einmal völlig in Ordnung. Druck entsteht, wenn du ein bestimmtes Bild davon hast, wie dein Kind spielen, sich entwickeln oder auftreten soll. Dann zählt schnell deine Vorstellung mehr als das, was dein Kind selbst möchte und zeigt. Den eigenen Ehrgeiz prüfen: Willst du es mehr als dein Kind?
Am besten motivierst du dein Kind positiv und ehrlich. Lobe konkrete Dinge, die dir wirklich aufgefallen sind, und sag ihm, was es gut gemacht hat. Strafen und Vorwürfe helfen dabei nicht. Sie bauen Druck auf und nehmen dem Kind die Freude am Fußball.
Im Kinderfußball bist du wegen des Alters oft ohnehin dabei. Ich würde versuchen, so häufig wie möglich mitzukommen. Es muss aber nicht immer der Vater sein. Auch die Mutter, Oma oder der Opa können das Kind begleiten. Gerade wenn ein Kind neu in einer Mannschaft ist, hilft ihm die Unterstützung der Familie. Es merkt, dass es nicht allein ist, und die Familie bekommt mit, wie das Kind trainiert und spielt.
Das hängt zuerst von den Vereinsregeln ab. Bei uns stehen die Eltern am Spielfeldrand und halten Abstand zu den Übungen. Sie stellen sich nicht zum Kind und rufen nicht ständig dazwischen. Je älter das Kind wird und je selbstständiger es zum Trainingsplatz gehen kann, desto weniger musst du beim Training bleiben. Frag dein Kind, was es möchte. Wenn es logistisch möglich ist, sollte es irgendwann auch allein zum Training gehen können.
Das passiert vielen Eltern irgendwann. Der erste Schritt ist, es selbst zu merken. Danach kannst du mit deinem Kind darüber sprechen und auch sagen: „Da habe ich einen Fehler gemacht.“ Frag es, was es von dir braucht. Mein Sohn und ich haben zum Beispiel bestimmte Gesten. Wenn wir Blickkontakt haben, zeigen wir uns kurz eine davon. Das reicht. Ich muss nicht vom Spielfeldrand aus reinrufen, um ihm zu zeigen, dass ich hinter ihm stehe. Anfeuern und Coachen am Spielfeldrand unterscheiden
Dein Kind sollte bei Entscheidungen mitbestimmen, soweit es seinem Alter entspricht. Die Eltern setzen am Anfang den praktischen Rahmen. Sie suchen zum Beispiel einen Verein aus, der zeitlich und logistisch zur Familie passt, weil Training und Spiele oft am Nachmittag liegen. Innerhalb dieses Rahmens sollte das Kind sagen dürfen, was ihm gefällt und womit es sich wohlfühlt. Je älter es wird, desto mehr Verantwortung und eigene Entscheidungen können dazukommen.
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